Ab dem Sommer 2026 wird MeteoLux sein Hitzewarnungssystem weiterentwickeln, um die tatsächlich wahrgenommene Wärmebelastung besser widerzuspiegeln und präziser auf die mit Hitzewellen verbundenen Herausforderungen für die öffentliche Gesundheit zu reagieren.
Diese Weiterentwicklung zielt darauf ab, der Bevölkerung zuverlässige, verständliche und nützliche Warnmittel zur Verfügung zu stellen, um die Vorausplanung und Vorbereitung auf Hitzeperioden zu verbessern und gleichzeitig den Behörden eine stärkere Antizipations- und Koordinationsfähigkeit zu ermöglichen. Sie wird es jeder und jedem ermöglichen, das eigene Verhalten wirksamer anzupassen.
Hitze besser verstehen, so wie sie wahrgenommen wird
Bisher basierten die Warnungen hauptsächlich auf der Tageshöchsttemperatur und jener des Vortages. Allerdings kann jede Person feststellen, dass an einem heißen, feuchten und windstillen Tag das Thermometer allein das Hitzegefühl nicht getreu widerspiegelt. Dieser Ansatz berücksichtigt nur einen Teil der Faktoren, die den thermischen Stress beeinflussen. Das neue System stützt sich daher nun auf den Universellen Thermischen Klimaindex (UTCI), der von internationalen Experten unter der Schirmherrschaft der europäischen Organisation COST (Cooperation in Science and Technology) entwickelt wurde und vom europäischen Dienst Copernicus (C3S) verwendet wird.
Dieser Indikator fasst alle relevanten Faktoren, die zum thermischen Stress beitragen, in einem einzigen Index zusammen – Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit, Wind und Sonnenstrahlung –, um die tatsächlich wahrgenommene Temperatur zu schätzen. Dies bedeutet in der Praxis, dass die Warnungen das tatsächliche Wärmeempfinden genauer abbilden werden.
Ergänzend dazu wird die Dauer der Hitzeepisoden in die Bewertung des Warnniveaus einbezogen. Diese Weiterentwicklung trägt dem Umstand Rechnung, dass die gesundheitlichen Risiken erheblich zunehmen, wenn die Hitze anhält – insbesondere wenn die Nächte warm und feucht bleiben und den Körper an der Erholung hindern.
Kriterien auf Basis robuster Daten und erweiterter Prognosen
Die neuen Warnschwellen wurden auf der Grundlage historischer Klimadaten für den Zeitraum 2001–2025 in Luxemburg festgelegt. Das System stützt sich auf den 24-Stunden-Mittelwert des UTCI, kombiniert mit einer Schätzung der Episodendauer sowie probabilistischen Vorhersagen, die eine Bandbreite möglicher Szenarien liefern und den Meteorologen helfen, die Wahrscheinlichkeit von Hitzeepisoden besser einzuschätzen.
Im Interesse der Klarheit und Verständlichkeit für die gesamte Bevölkerung wurden folgende drei Warnstufen festgelegt:
- Warnstufe GELB
Ein moderater thermischer Stress wird erwartet. Ermüdung und Erschöpfung durch Hitze sind bei längerem Aufenthalt im Freien oder körperlicher Betätigung möglich. - Warnstufe ORANGE
Ein hoher thermischer Stress wird erwartet, wobei eine hohe gefühlte Temperatur über mindestens zwei aufeinanderfolgende Tage anhält. Hitzeerschöpfung ist wahrscheinlich, und ein Hitzschlag ist bei längerem Aufenthalt im Freien oder körperlicher Betätigung möglich. - Warnstufe ROT
Ein extremer thermischer Stress wird erwartet. Die gefühlte Temperatur wird den ganzen Tag über extrem hoch sein und nachts erhöht bleiben, ohne dass eine nennenswerte Abkühlung erwartet wird, und zwar über mindestens drei aufeinanderfolgende Tage. Hitzeerschöpfung und Hitzschlag sind wahrscheinlich, selbst bei kurzem Aufenthalt im Freien oder leichter körperlicher Betätigung.
Warnungen werden bis zu 48 Stunden im Voraus herausgegeben, damit die Bevölkerung und die zuständigen nationalen Behörden Zeit zur Vorbereitung haben.
Ein modernisiertes Warnsystem für erhöhte Wachsamkeit bei anhaltender Hitze
In diesem Rahmen wird eine Rote Warnung künftig nur bei extremem thermischem Stress ausgelöst, der mindestens drei aufeinanderfolgende Tage anhält. Diese Entscheidung spiegelt den aktuellen Wissensstand der Wissenschaft wider, wonach eine länger anhaltende Hitzeperiode ein deutlich höheres Gesundheitsrisiko darstellt als ein einzelner heißer Tag.
Durch diese Modernisierung stärkt MeteoLux sein Informations- und Warnsystem und bekräftigt seine Verpflichtung, die Auswirkungen von Hitzeepisoden frühzeitig zu erkennen und zu begleiten – zum Schutz und zum Wohlergehen der Bevölkerung.
Die Bevölkerung wird eingeladen, die Informationen und Warnungen von MeteoLux über die offiziellen Kanäle zu verfolgen sowie die Webseiten www.lu-alert.lu und www.infocrise.public.lu zu besuchen.


