Wettervorhersagen beruhen auf dem freien und unentgeltlichen Austausch von Beobachtungsdaten, der von der WMO koordiniert wird. Das weitreichende, oft unsichtbare Beobachtungs- und Vorhersagesystem der WMO bildet das Rückgrat unserer Volkswirtschaften und das Zentralnervensystem der Frühwarnsysteme, die bereits Millionen von Menschenleben gerettet haben.
Warum brauchen wir Beobachtungen und wie funktioniert das?
Wettervorhersagen erfordern Beobachtungsdaten von der gesamten Erde, und kein Land kann allein vorankommen. Eine auf Vertrauen und Datenaustausch gestützte weltweite Zusammenarbeit ist unerlässlich, um Vorhersagereichweite, Genauigkeit und Zugänglichkeit der Prognosen kontinuierlich zu verbessern.
In diesem Rahmen trägt MeteoLux seit fast 80 Jahren aktiv zur Bereitstellung von Bodenmessdaten der Wetterstation am Flughafen Luxemburg-Findel (WMO 06590) bei. Sie ist bis heute die einzige synoptische Station Luxemburgs, die im WMO-Netz registriert ist.
Die Verbreitung der Beobachtungsdaten auf nationaler und internationaler Ebene erfolgt über standardisierte Telekommunikationskanäle, die sich kontinuierlich weiterentwickeln. MeteoLux erfüllt die WMO-Anforderungen an den Datenaustausch durch den Einsatz moderner Webtechnologien, die den Zugang zu weltweiten Daten in Echtzeit erleichtern:
• Open API MeteoLux (November 2024): Echtzeitzugang zu den hochwertigen Daten (HVD) der Station Luxemburg-Findel (https://www.meteolux.lu/fr/actualites/mise-a-disposition-de-donnees-de-fortes-valeurs-hvd/).
• WIS 2.0: MeteoLux arbeitet derzeit daran, sein Datenaustauschsystem mit dem WMO-Informationssystem 2.0 in Einklang zu bringen.
• MeteoGate: MeteoLux beteiligt sich aktiv am EUMETNET-Projekt MeteoGate, das einen umfassenden Überblick und einen einheitlichen Zugang zu allen auf europäischer Ebene verfügbaren meteorologischen und hydrologischen Daten und Produkten bietet (https://eumetnet.github.io/meteogate-documentation/1-overview/).
Dank dieser Kombination aus menschlichem Fachwissen, technologischem Einfallsreichtum und internationaler Zusammenarbeit haben Milliarden von Menschen rechtzeitig Zugang zu zuverlässigen Wettervorhersagen.
Wie schützen wir morgen?
Jede veröffentlichte Vorhersage, jede ausgegebene Warnung, jeder ausgetauschte Datensatz verfolgt letztlich nur ein Ziel: morgen zu schützen.
Genaue, aktuelle und zugängliche meteorologische, hydrologische und klimatologische Daten bilden das Fundament der Resilienz.
Um die Zukunft zu schützen, gilt es, Innovation zu fördern und gleichzeitig Vertrauen zu bewahren. Die Möglichkeiten der KI müssen die nationalen Wetter- und hydrologischen Dienste ergänzen und nicht ersetzen, die weiterhin offizielle Fachbehörden bleiben. In diesem Sinne hat MeteoLux mit den ersten Tests des operationellen Modells AICON begonnen, das vom Deutschen Wetterdienst (DWD) in Zusammenarbeit mit europäischen Partnern, darunter das EZMW, entwickelt wurde. AICON basiert auf Graph-neuronalen Netzen (GNN) und wurde anhand von fünfzehn Jahren weltweiter historischer Daten bei einer horizontalen Auflösung von 13 km trainiert. Es steht für eine neue Generation KI-gestützter numerischer Wettervorhersage. Seine Einbindung in die operationelle Kette von MeteoLux veranschaulicht konkret, wie nationale Dienste von europäischer Gemeinschaftsinnovation profitieren können, ohne ihre Rolle als offizielle meteorologische Fachbehörde aufzugeben.
Darüber hinaus ist es notwendig, in Bildung, Ausbildung und die Chancen junger Menschen in den Bereichen Wissenschaft, Technologie, Ingenieurwesen und Mathematik zu investieren. Weltweit sind es junge Meteorologinnen und Meteorologen, Hydrologinnen und Hydrologen, Ozeanographinnen und Ozeanographen sowie Klimaforscherinnen und Klimaforscher, die Innovationen vorantreiben und vor Ort handeln.
Die Beobachtungen von heute dienen nicht nur der Wettervorhersage, sie schützen auch das Morgen.
Vorhersage der Lufttemperatur in 2 m Höhe für den 23. März 2026 um 16h00 Lokalzeit vom Wettermodell AICON, initialisiert am 20. März 2026 um 01h00 Lokalzeit.
Nachricht der WMO-Generalsekretärin
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