Blitzaktivität in Luxemburg: Was 12 Jahre Daten zeigen !

Blitze gehören zu den eindrucksvollsten Erscheinungen der Erdatmosphäre. Dennoch gab es bisher keine eigene Blitzklimatologie für Luxemburg. Eine neue Analyse auf Basis von 12 Jahren Daten des belgischen Blitzortungssystems BELLS schließt nun diese Lücke und liefert wertvolle Einblicke in Häufigkeit, Verteilung und Eigenschaften der elektrischen Aktivität im Großherzogtum.

Deutlicher saisonaler und täglicher Zyklus

Die Ergebnisse bestätigen eine stark ausgeprägte Saisonalität: Rund 85 % aller Wolke‑Boden‑Blitze treten zwischen Mai und August auf, mit einem Maximum im Juni. Wintergewitter bleiben selten und meist kurzlebig.

Im Tagesverlauf zeigt sich ein klarer Höhepunkt am späten Nachmittag und Abend, zwischen 14:00 und 21:00 UTC, bedingt durch die Erwärmung der bodennahen Luft und das häufige Aufziehen organisierter Gewittersysteme aus Südwesten.

Moderate Aktivität, aber große jährliche Schwankungen

Zwischen 2013 und 2024 wurden in Luxemburg durchschnittlich etwa 1100 Erdblitze pro Jahr registriert, was einer mittleren Blitzdichte von rund 0,5 Blitzen/km²/Jahr entspricht. Damit liegt Luxemburg im europäischen Mittelfeld. Die jährliche Variabilität ist jedoch groß: Einige Jahre verlaufen relativ ruhig, während 2018 als außergewöhnlich blitzaktiv hervorsticht.

Lokale Hotspots und regionale Unterschiede

Obwohl Blitze im ganzen Land auftreten, zeigen sich je nach Blitztyp deutliche regionale Unterschiede. Die höchsten Erdblitzdichten (CG) finden sich im Süden und in der Landesmitte, während die niedrigsten Werte im Südosten entlang der Mosel auftreten. Auf lokaler Ebene entstehen Hotspots durch hohe Bauwerke wie Funktürme oder Windkraftanlagen, die die Einschlagswahrscheinlichkeit in ihrer Umgebung erhöhen.

Erdblitze machen jedoch nur einen Teil der elektrischen Aktivität aus. Wolkenblitze (IC), die wesentlich häufiger auftreten, spiegeln die tatsächliche Gewitteraktivität besser wider. Ihre Verteilung zeigt einen klaren Nordwest‑Südost‑Gradienten, mit der höchsten Gewitteraktivität im Nordwesten Luxemburgs. Dies verdeutlicht, dass Regionen mit moderater Erdblitzaktivität dennoch häufige und elektrisch intensive Gewitter erleben können.

Warum ist das wichtig?

Blitze stellen ein direktes Risiko für Menschen, Infrastruktur und operationelle Abläufe dar, vor allem auch in der Luftfahrt. Die Analyse zeigt, dass Blitze in der Nähe des Flughafens Luxemburg nahezu jedes Jahr auftreten, was die Bedeutung zuverlässiger Detektionssysteme und robuster operationeller Abläufe unterstreicht. Darüber hinaus liefern die Ergebnisse eine wissenschaftliche Grundlage für Risikobewertungen, Infrastrukturplanung und Klimabeobachtung.

Dieser Artikel bietet nur einen ersten Überblick. Der vollständige Bericht enthält detaillierte Analysen zu Polarität, Gewittertagen und räumlichen Mustern auf nationaler, kantonaler und kommunaler Ebene.


Lesen Sie die vollständige Blitzklimatologie Luxemburgs und entdecken Sie die Daten hinter den Blitzen:

Lightning climatology of Luxembourg: A 12-year analysis using Belgium’s ground-based lightning location system (BELLS)